Samstag, 15. September 2012

Überlegungen, Ängste und Aufregung

- Fortsetzung vom Beitrag "09. September - getrennte Wege"-

Nachdem ich Sonntags ohne grosse Verletzungen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, ging ich am Montag drauf zu meinem Hausarzt. Auch hier konnte ich mir anhören, dass ich von Glück reden könne, Schutzkleidung angehabt zu haben. Glück? Das ist für mich Standard, wenn ich auf's Motorrad krabbel.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich erhielt Medikamente und eine Krankschreibung, damit die Prellungen sich erholen können.
Und was könne ich tun, damit meine Seele sich erholt? Auf die Frage hatte meine Ärztin nur soweit eine Antwort, als dass sie sagte, ich solle versuchen, mich abzulenken. Ah ja.
.....

Daheim angekommen hatte ich dann soweit den Uhrzeitpunkt erreicht, wo ich mit RM schreiben konnte. Da ich zum damaligen Zeitpunkt von langen Telefonaten nicht viel hielt, war es mir lieber, dass wir uns über Facebook schrieben. Dort hat er dann auch erstmal genauer mitbekommen, was am Sonntag eigentlich geschehen war. Der Schock sass bei ihm dann auch tief, denn der Gedanke, er hätte mich 'alleine' gelassen, liess ihn nicht los. Ich konnte ihn beruhigen und ihm versichern, dass es mir gut geht - im Gegensatz zu meinem "Eng'lchen", das immer noch in der Nähe von Gütersloh stand.

Am Dienstag habe ich dann erstmal mit dem ADAC telefoniert und geklärt, was man nun weiterhin machen kann. Wir legten fest, dass die Fazer in den nächsten 2 Wochen zu einem Händler hier in meiner Nähe gebracht werden solle. Ja, ich befürwortete das, denn die Saison war für mich aufgrund des Schadenbildes an der Fazer eh gelaufen.
Der Händler sollte dann zudem checken, ob sich ein Wiederaufbau noch lohnen würde. Denn wenn auch nur eines der wichtigen Teile (Gabel; Rahmen; Lenkkopflager, etc) beschädigt wäre, dann wäre es das Aus.
[Anm.: die Wartezeit auf die Anlieferung und vorallem auf das Ergebnis war die reinste Hölle!]

Doch es gibt auch Positives zu berichten: RM besuchte mich am darauffolgenden Wochenende. Und wie es sich für einen Biker gehörte, kam er mit dem Motorrad!
Wir hatten vereinbart, dass wir ein paar schöne Bilder von ihm und seiner Thunderace machen würden. Zuerst hatte ich noch den cleveren Vorschlag gemacht, dass ich mit dem Auto vorweg und er hinterherfährt. Ja nee... dieses Vorhaben stiess ich dann recht schnell um und packte meine Zweitmotorradklamotten aus dem Schrank aus.
Es dauerte keine halbe Stunde und wir waren via Motorrad unterwegs. An der einen und anderen Ecke hielten wir an; machten schöne Fotos und fuhren dann gemütlich weiter.

Es war schon komisch: ich, die eh immer Probleme als Sozia hat, fuhr völlig entspannt bei ihm mit. Ich, die gerade vor Kurzem den Unfall hatte, hockte wieder auf so einem Asphaltbrenner.
Aber was soll ich sagen!? Es war genau richtig!!


[Bilder Ace u. Tetzelstein folgen]

Die Wochen, bis die Fazer endlich geliefert und gecheckt wurde, vergingen; das Ergebnis der Untersuchung ergab, dass ich zwar viel investieren müsste - aber mein "Eng'lchen" würde bei mir bleiben können.
Es gab Einige, die meinten, dass ich das Geld doch lieber in eine neuere Maschine stecken solle - das kam für mich nicht in Frage!
Letzten Endes hat es mich den ganzen Winter und sehr viel Geld gekostet, um die Ersatzteile zusammen zu haben. Aber ich weiss, dass mir mein "Eng'lchen" das danken wird. Denn sie war mir bisher immer treu gewesen - und nun hatte ich endlich mal die Möglichkeit zu bezeugen, dass ich ihr vertraue!

[Anm: mittlerweile ist es Mai und wir haben schon die eine und andere Tour wieder gefahren. Und es kommt der Spass; die Gelassenheit und auch das Feuer wieder zum Vorschein]

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