Montag, 3. März 2003

Wie ich zu "Eng'lchen" kam (Erinnerung an März 2003)

In diesem Beitrag möchte ich euch daran teilhaben lassen, wie ich damals -vor gefühlten Urzeiten- zu meiner Fazer gekommen bin.

Nachdem ich den Führerschein für Motorrad ja schon über 1 Jahr in der Tasche hatte, mangelte es mir dennoch noch an einer Maschine. Die Wahl war schwierig..ein kleines Persönchen wie ich hat eben nicht ganz so viel Auswahl.
Eine Shopper sollte es nicht sein.. da gruselte es mich schon alleine beim Gedanken daran, meinen Arxxx da drauf zu platzieren (ich bitte um Verzeihung, sollte ich mögliche Shopperfahrer/innen beleidigt haben).

Also zog sich der Motorradkauf hin... es verging ein Monat nach dem Anderen...

Mein (damaliger) Lebenspartner hatte in der Zwischenzeit ebenfalls den Führerschein für Motorrad gemacht und so machten wir uns gemeinsam auf die Suche nach geeigneten Maschinen. 
Es wurden die verschiedensten Testberichte gewälzt.... Theorie kann ja sooo spannend sein *lach*
.....
Ich sollte vielleicht dazu sagen, dass wir uns erstmal rein nach den damaligen Testberichten orientierten. In unserem Freundeskreis waren keine Motorradfahrer, die uns hätten helfen können.
Also gelesen, gelesen und noch mehr gelesen!
Irgendwann stand die Entscheidung fest.
Für Andi sollte es die FZS1000 werden.... jau, gute Entscheidung. Damaliger Preis war flauschige 10.000 €uro...neu!... ooookay. Neumaschine? JA! Warum?? Weil wir von den Dingern so gut wie null Ahnung haben/hatten ^^
Also ab zum (damals) hiesigen Yamahahändler... Maschinen-Guggen. Andi hatte dann recht schnell was gefunden... ne dunkelblaue FZS1000. Und ich? Nein, für mich war da nix bei... ich ging an dem Tag leer aus.

Im März war dann die Unterzeichnung des Vertrages für die FZS1000. Vollfinanzierung.. ging nicht anders - bei d e m  Preis!
Während Andi sich mit dem Verkäufer unterhalten und den Papierkram erledigt hat, stromerte ich durch den Laden. Und dann? Dann sah ich "sie". Ganz hinten in der Ecke stand sie... weggeschoben.. vergessen.. wie ein kleines Häufchen Elend.

Also stand ich da so vor ihr... zehn Schritte von ihr entfernt.. schaute ihr ins Gesicht.. in ihre "Augen"... und da blitzte es in ihr auf! Erstaunen packte mich.. eine innere Stimme sagte mir, zu ihr hinzugehen... ja, sie gefällt mir.. der Blauton steht ihr ungemein gut....genau mein Ding!
Vorsichtig -fast schon ehrfürchtig- zu ihr gegangen.. mich neben sie gestellt. Ui, das passte schon recht gut. Die Maschine ist nicht zu hoch für mich gebaut.. das könnte also klappen - mit meinen kurzen Beinen.
Ein kurzer Blick zu den Männern zeigte mir, dass die mich komplett ignorierten... okay..ich also meinen Mut zusammen genommen - und auf "Eng'lchen" Platz genommen. Es durchzuckte mich wie durch einen Blitz! Ja, hier gehörte ich hin... w i r  gehörten zusammen!
Wieder abgestiegen.. um die Maschine getigert.. geschaut... nochmal draufgesetzt - wieder das Gefühl erlebt. Oh Shit - ich hatte mich verliebt.

Irgendwann wurden die beiden Kerls dann auch auf mich aufmerksam.. fiel ihnen wohl auf, dass ich so unerwartet still war. Kein Wunder - ich war schliesslich auch hin und weg durch meine neue Liebe!

Das Ende des Papierkrams kam viiiel zu früh für mich.. viiiel zu früh musste ich mich vom "Eng'lchen" trennen (damals hatte sie den Namen aber noch nicht!).
Die Fahrt nach Hause war grauenvoll für mich. Die Gedanken schwirrten immer wieder zu der kleinen blauen Maschine, die da in der hinteren Ecke stand - und mich nicht mehr los liess.
Ich war verloren!

Zwei Tage später war ich wieder im Laden. Der erste Blick ging in die Ecke... und dann kam der Schock! Sie stand nicht mehr da!!
Die Nachfrage beim Verkäufer ergab, dass sie die Maschine nach hinten geschoben haben. Warum? Zitat: "Weil wir wussten, dass du demnächst wiederkommst! Das ist d e i n e  Maschine."
Uffz.... Sandra war geplättet.

Lange Rede - kurzer Sinn: Papierkram erledigt. Hier galt auch das Prozedere, dass die Vollfinanzierung greifen musste. Denn mein Schatz verlangte eine Ablöse von 7.200 €uro - und die hatte ich natürlich nicht cash auf der Kralle. Aber ich wollte d i e s e  Maschine haben.. da ging kein Weg dran vorbei.
Nachdem ich meine Unterschriften gesetzt hatte, durfte ich sie eeendlich sehen... oh mein Gott - habe ich geheult? Nein, aber feuchte Augen hatte ich dennoch, als ich sie da im Hinterhof stehen sah.

Es dauerte dann noch 2.5 Wochen, ehe ich die Kleine dann abholen durfte. Tja - und dann? 
Dann kam etwas, womit ich nicht gerechnet hatte. 
Das, was sich im Laden so gut angefühlt hatte, war irgendwie beim Fahren weg. Schreck. Das supergute Gefühl war nicht auffindbar.
Es dauerte 2 Wochen, ehe es wirklich 'knack' bei mir machte und es dann mit "Eng'lchen" und mir endlich aufwärts (oder vorwärts?) ging.

Dies ist nun mittlerweile schon 10 Jahre her. Der aufmerksame Leser wird bereits gemerkt haben, dass ich diese Maschine -ihres Zeichens eine FZS600- immer noch fahre. Und das mit einer Begeisterung, die sich kaum messen lässt.
Mittlerweile sind wir seit über 100tkm gemeinsam unterwegs... im wahrsten Sinne Erfahrung :)
Und ich kann sagen, ich würde mein Engelchen nicht eintauschen wollen, solange sie 'lebt'.

Warum? Das schreibe ich in einem anderen Beitrag.

Kommentare:

  1. sehr schön geschrieben, auch für jemanden, der nix mit Motorrädern am Hut hat :)

    AntwortenLöschen
  2. Ich habe auch so ettliche Maschinen "Probegesessen" ... aber verliebt habe ich mich dann spontan in eine völlig andere *kicher*

    AntwortenLöschen