Samstag, 15. Februar 2014

15. Februar - Startschuss der Saison

Tage zuvor schon habe ich unruhig den Wetterbericht mit meinen Aktualisierungen gequält. Das versprochene Wetter sah wirklich so verlockend aus, dass ich mich am Donnerstag noch in die Garage begab und die restlichen Arbeiten flugs erledigte.
Freitag auf Arbeit traute ich dem Braten immer noch nicht so wirklich; ständig durchforstete ich diverse Wetterdienste - mit fast dem gleichen Ergebnis.
Samstag sollte endlich DER Tag werden !

Freitag späten nachmittag machte ich mich dann dran, meine Fazer aus der Garage rauszuzergeln. Leider erwies es sich als nicht ganz so einfach, da meine Mitbewohner der Meinung sind, dass eine defekte Waschmaschine und diverse Reifensätze den Platz auf kunterbunte Weise durchaus für sich beanspruchen könnten.
Aber da haben sie die Rechnung ohne "Arnoldine" gemacht. Ich rackelte die Waschmaschine Stück für Stück raus. Die Reifensätze fanden ebenfalls den Weg nach draussen, so dass ich letztendlich dann in aller Ruhe (und langsam) die Fazer "befreien" konnte.
Draussen habe ich sie dann das erste Mal angemacht. Erst klickerte nur die Benzinpumpe; dann der Druck auf den Starterknopf. Zwei, drei Umdrehungen und der Motor erwachte langsam zu neuem Leben. Ein bisschen Choke dazu gegeben und es dauerte nichtmal eine Minute, bis der Motor rundlief.
Auf meinem Gesicht breitete sich ein Grinsen aus.

Rasch die Reifen u. Waschmaschine wieder in die Garage gezergelt; abgeschlossen - das Elend muss ich nu erstmal nimmer sehen.
Mit einem immer noch auf den Lippen währenden Grinsen hechtete ich in die Wohnung, packte ein paar Klamotten fürs Wochenende in den Tankrucksack, zog mich um und verliess die Wohnung wieder.
Als Erstes galt es nun, die Fazer aufzutanken u. Luft nachzufüllen. Über den Winter hinweg haben beide Reifen gut u. gern 0,5 bar verloren, was sich natürlich auch im Fahrverhalten bemerkbar macht. Aber für 3 Kilometer konnte ich damit noch leben - ich hatte mich ja darauf eingestellt.

Fazer war nun also startklar. Der Tankstellenmitarbeiter grinste schon, als er mich in Motorradklamotten reinkommen sah. "Na, gehts endlich wieder los!?" fragte er keck, was ich mit einem glücklichen Nicken beantwortete. Wir witzelten noch ein bisschen rum (ich sollte dazu erwähnen, dass in Velpke meine Stamm-Tankstelle ist und man sich quasi schon seit Jahren kennt), ehe ich mich dann auf die Socken..ach nee, auf die Reifen machte.

Die Fahrt zu Multo verlief ohne Probleme; ich hatte die Möglichkeit, schon die eine u. andere Kurvenlage auszuprobieren. Gott, wie habe ich dieses Gefühl vermisst ! Wenn die Kleine zufrieden unter mir schnurrt, während wir durch die Lande düsen.

Bei Multo durfte die Kleine dann in eine der beiden Garagen - ui, Weihnachten? Nein, aber da für die Nacht noch Regen u. leichter Sturm angesagt waren, machte Multo mir das Angebot, welches ich dankend annahm.
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Samstag wurde dann erstmal gemütlich gefrühstückt. Schliesslich galt es für mich, dass ich mich für den Tag stärken musste.
Multo konnte leider nicht mitfahren, da seine Maschine leider, leider noch auseinandergebaut ist. Man merkte beim Frühstück, dass er zwiegespalten war. Einerseits freute er sich für mich, dass ich endlich wieder fahren konnte. Andererseits ärgerte er sich, dass er selbst nicht fahren konnte, weil seine Maschine eben noch nicht wieder komplett ist.
Ich gebe zu, dass da in dem Moment eher keine Rücksicht drauf genommen habe. Ich plünnte mich an; rollte die Fazer aus der Garage und liess die Kleine an. Der Motor schnurrte nach einer halben Minute wie gewohnt ruhig vor sich hin; ich konnte mich in aller Ruhe anpellen, alles zurechtzuppeln. Schliesslich muss ja alles nahezu perfekt sitzen, wenn man sich aufs Motorrad schwingt. Da darf nix zwicken u. zwacken.

Ein liebevoller Gruss und weg war ich. Da sich auf meine Nachricht in einer bestimmten  WhatsApp-Gruppe niemand als Mitfahrer gemeldet hatte, düste ich alleine los. Ich hatte null Plan, wohin. Einfach der Nase nach... vorwärts, vorwärts und weiter vorwärts.

Es war ein herrliches Gefühl, endlich wieder Motorrad fahren zu können. Die Landschaft zieht an Einem vorbei, während die Strasse sich wie ein dunkles Band durch die Gegend schlängelt. Kleine und grössere Ortschaften wurden durchfahren; Abbiegungen genutzt, um sich weiterhin treiben zu lassen.

Ehrlich gesagt kann ich nicht mehr sagen, wo ich überall war. Als grössere Stadt ist mir Haldensleben in Erinnerung geblieben, ehe ich mich entschieden habe, über Marienborn (Gedenkstätte bei Bad Helmstedt) gen Braunschweig zu fahren. Dort bin ich bei einer Filiale der grossen Drei eingekehrt; habe mich im Shop etwas umgesehen, ehe ich mir einen Kaffee geholt habe. Nachdem ich dann nochmal für "kleine Mädchen" war, startete ich wieder durch, da der Himmel anzeigte, dass es nicht mehr sehr lange dauern würde, bis es dunkel werden würde.

Zurück auf "Multo's Farm" stellte ich die Fazer wieder in die Garage.
Für Sonntag war leider kein Motorradfahren angesagt, da ich da zum DRK-Lehrgang wollte. Der liebe Gedanken von Multo brachte es mit sich, dass ich anstelle mit der Fazer mit seinem Defender in die Stadt fuhr, wo der Lehrgang von 9-16 Uhr stattfand. Aber hierzu gibts keinen Bericht.


1 Kommentar:

  1. Und sie fährt und fährt und fährt :) Wünsche Dir für die anstehenden Touren immer schönes Wetter und bitte keine Unfälle ;)

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