Samstag, 11. April 2015

11. - 12. April: MC Tonkawa Open Season Party 2o15

An diesem Wochenende hatten MC Tonkawa aus der Nähe von Warendorf zum Stelldichein geladen.
Da ich den Club schon länger kenne, wusste ich, dass es mal wieder eine hervorragende Party werden würde.
Ursprünglich war geplant, dass die Anreise schon am Freitag erfolgen würde. Aber zum Zeitpunkt meiner Planung (schon Monate im Voraus) konnte ich die jetzigen Gegebenheiten noch nicht mit einberechnen.

Nun hiess es Rücksicht auf eine andere Person nehmen, die seit ein paar Monaten mein Leben bereichert. Mein Schatz M., der ebenfalls mit zum MC Tonkawa kommen wollte.
Es ergab sich nun jedoch so, dass wir am Freitag eine Einladung unserer Nachbarn erhielten, die ein leckeres Grillbuffet auffahren wollten. Und was macht man nicht alles für eine gute Nachbarschaft!?

Samstag morgen war es dann jedoch soweit. Die Motorräder rollte mein Schatz in den Hof, so dass wir sie dort ausserhalb der Enge des Carports beladen konnten.
Es war für mich eine routinierte Abhandlung; jahrelange Handgriffe gingen mir leicht über die Finger.
Dennoch war es ein freudig-komisches Gefühl. Das erste Mal in dieser Saison mit Gepäck zu fahren. Die Rolle (wo Zelt, Isomatte u. Schlafsack drin sind) auf's Bürzel zu schnallen.

Gegen 11.30 Uhr fuhren wir los. Gemütlich über Land wollten wir cruisen. Wir wollten es gleich am Anfang nicht übertreiben. Nicht, dass sich einer von uns noch auf'n Pinsel schiebt.
Entspannt fuhren wir erstmal an unsere (mittlerweile) Stammtanke nach Semmenstedt. Mein Schatz befüllte seine Maschine noch mit genügend Sprit, während ich den Luftdruck an meiner Fazer überprüfte. Kaum nennenswerter Luftverlust am Vorderreifen.
(Anm.: demnächst haben wir eh unseren eigenen Kompressor daheim stehen, so dass wir immer gleiche Werte haben werden)
Nachdem wir alles erledigt hatten, ging's los. Den Tourguide machte ich, auch wenn ich das eher schlechtere Navi habe. Aufgrund Zeitmangel hatte ich auch vorher keine Route erstellt und so musste ich mich mal voll auf den kleinen schwarzen Kasten verlassen.
(Memo an mich: sich vorher doch die Zeit nehmen u. eine schöne Strecke raussuchen - es lohnt sich... das Standardprogramm vom Navi geht nur über die Bundesstrassen.. ist eben kein TomTom *gnarf*)
Da mein Schatz bisher noch nicht so oft mit Gepäck / Koffer gefahren ist, nahm ich Rücksicht und düste nicht ganz so schnell über die Strassen, wie ich es sonst tat.
Wie schon erwähnt, zeichnete sich die Hintour durch das Erkunden der Bundesstrassen aus. Ab Seesen ging es auf der B64 durch Einbeck nach Eschershausen, wo wir am Ortsausgang einen kleinen Imbiss auftaten. Leckere Bratwurst fand schnell den Weg in den Magen, während der Blick den vorbeifahrenden Motorrädern folgte.
Da ich die Strecke ein wenig kenne, wusste ich, dass gleich nach dem Ortsausgang eine scharfe Rechtskurve kommt, die nicht ganz ohne ist. Gedanklich ging ich schonmal durch, wie ich meinen Schatz (der seinen Motorradführerschein erst seit 1 Jahr hat) am sichersten da durchbringe.
Lange Rede - kurzer Sinn: alles erfolgreich hinter uns gebracht :)

Weiter ging es über die B252 nach Steinheim Richtung Paderborn. In Steinheim selbst überlegte ich noch kurz, einen Abstecher beim MC Lage in Lemgo zu machen, die ihre 35-Jahre-Jubiläumsparty machten. Doch aus Erfahrung wusste ich, dass wir dann dort nicht mehr wegkommen würden, wenn wir da anhalten. Also habe ich mich mit einem weinendem Auge dagegen entschieden und bin stattdessen weiter in Rtg. Paderborn gefahren.
Dort suchten wir nochmals eine Tankstelle auf, denn die Maschine von meinem Schatz fasst nur 18 Liter Sprit, wohingegen meine Fazer mit einem 22-Liter-Tank aufwartet (und einem zusätzlich geringeren Verbrauch)
Nachdem alle wieder gestärkt waren, ging es weiter. Die Strecke von Paderborn nach Rheda-Wiedenbrück zog sich. Sie ist zwar schön entspannt zu fahren, aber man hat oft das Gefühl, gar nicht vorwärts zu kommen.
Doch kaum hatten wir die Stadt erreicht, fühlte ich mich wieder "heimisch". Hier kannte ich mich aus; hier kamen mir die Gebäude wieder bekannt vor.
Ab hier brauchte ich das Navi auch nicht mehr und stellte es auf Mitfahrmodus um.
In Warendorf bogen wir schliesslich Richtung Everswinkel ab. Nicht mehr lange und wir rollten beim MC Tonkawa auf den Hof, wo wir mit einem fröhlichen Hallo begrüsst wurden.
Wie es der Tradition gebührt, wurden wir mit einem Begrüssungsschnappes empfangen. Und ich kann euch sagen: der vom MC Tonkawa ist sowas von lecker!! Wer auf Bailey u. Chili steht, der ist hier genau richtig und bekommt durch liebes Nachfragen sogar noch Nachschlag :)

Die Motorräder liessen wir ausnahmsweise vorne stehen. Die letzten Tage waren nicht gerade förderlich für die Wiese, auf der die Zelte aufgebaut wurden (um zu nächtigen).
Erstmal gönnten wir uns ein Bier; während wir dieses tranken, wanderten wir umher und begrüssten die anderen Leute, die dem Club angehören bzw die andere Gäste, die schon seit Freitag da ware.
Kurz nach uns kamen auch mein Clubbruder u. meine Clubschwester auf den Hof gerollt.
Es war für mich ein tolles Gefühl, endlich wieder in meiner Welt zu sein. Mein Schatz hat es sichtlich genossen, zu sehen, wie ich aufblühte. Sicher, er kennt mich, wie ich auf Motorradtreffen zugegen bin. Er selbst gehört ja auch einem Club an. Dennoch war dieses Treffen anders... es war, als wenn man in eine andere Welt eintrifft. Diesmal in "meine" Welt.. eine Welt, in der ich meinen Schatz meinen Freunden u. Bekannten vorstellte. Ein kurzes Hallo, ein beherztes Schulterkopfen und mein Schatz war 'angenommen'. So ist das eben in der Szene: da machste nicht viele Worte... ein einfaches "Meins!" reicht und Jede/r weiss, was Sache ist.

Je später der Abend wurde, desto ausgelassener wurde gefeiert. Mein Schatz u. ich verliessen das Geschehen jedoch recht zeitig, da uns die vergangenen Wochen noch in den Knochen steckte und die Tour ansich auch noch nicht zu unserem gewohnten Streckenmaß gehörte.

Am nächsten Morgen waren wir recht früh wieder wach - was beim Zelten durchaus normal sein kann. Langsam und ohne Hetze pellten wir uns aus den Schlafsäcken und begaben uns nach vorne zum Clubhaus, wo wir vom Duft frisch gebratener Spiegeleier empfangen wurden. Rasch noch an die Kaffeezapfe und schon bastelten wir uns ein Brötchen mit Aufschnitt und eben jenem Spiegelei zurecht. Lecker!

Nachdem wir so einigermaßen munter waren (man darf nicht verkennen, welche Wirkung der Genuss von Bier haben kann, wenn man es nicht gewohnt ist... und die Staatsbeamten kennen da gottlob kein Pardon), bepackten wir unsere Maschinen. Das Zelt wurde klatschnass eingerollt; erst jetzt wurde uns bewusst, dass es in der Nacht leicht gefroren hatte, während wir es in unseren Schalsäcken warm u. kuschelig hatten.

Diesmal setzte ich mich ein bisschen mit meinem Navi auseinander. Ich gab ein paar Orte ein, durch die es dann auf der Rücktour gehen sollte. Ich wollte ein paar Kurven fahren! Ich wollte endlich lockerer werden.
Nach gebührender Verabschiedung ging's los. Diesmal nahm ich einen anderen Streckenverlauf, da uns kurz zuvor zu Ohren gekommen war, dass es im nahegelegenen Ort direkt "geknallt" hatte und dementsprechend mit einer Vollsperrung zu rechnen sei.
Kein Problem.. also anstelle von Rechtsabbieger machten wir uns dann links weg. Über Beckum, Lippstaadt und Salzkotten erreichten wir Paderborn, was wir aber flugs hinter uns liessen. Es ging weiter über Bad Driburg an Brakel vorbei. Da üebrlegte ich noch, ob ich beim "Gut Albrock" nochmals anhalten solle. Vor Jahren war ich vom Fazerforum aus mal dort zum Jahrestreffen und ich grübelte kurz, ob es wohl noch existierte bzw als Bikertreff offen war. Doch ich entschied mich dann zur Weiterfahrt, denn lt. Navi hatten wir insg. 5 Stunden Fahrt vor uns - ohne Raucher- u. Tankpausen gerechnet.
In Höxter legten wir dann eine Mittagspause ein. Direkt an der Überbrückung der Weser in Rtg. Boffzen lud mich ein grosses Schild der Salsa-Pizzeria ein. Nachdem wir uns einen sonnenüberfluteten Platz gesucht hatten, dachten wir anfangs schon, einen Fehlgriff getan zu haben. Unser Tischnachbar eröffnete uns, dass er schon ne Stunde auf seine Bestellung warten würde. Ja, die Pizzeria war aufgrund des herrlichen Wetters gut besucht, aber dennoch hätte dies nicht die Begründung sein dürfen. Wir wagten es dennoch und bestellten. Unser Tischnachbar hatte keine Geduld mehr und verliess das Lokal. Kaum 5 Minuten später hatten wir unsere Bestellung nach 30 Minuten Wartezeit auf dem Tisch. Das war für mich dann doch soweit okay. Die Pizzen mundeten uns und wir revidierten unser erstes Urteil und nehmen diese Pizzeria in unsere künftigen Stoppmöglichkeiten auf.
Gut gestärkt ging es auf zur letzten Etappe. Über Neuhaus im Solling ging es weiter nach Dassel, wo ich mich schliesslich Rtg. Bad gandersheim, Seesen und anschliessend gen Heimat orientierte.

Zufrieden rollten wir die Maschinen unters Carport, luden das Gepäck ab und gönnten uns ein Feierabendbier in der Sonne in unserem Hof. Drinnen trappte unsere Katze Lizzy gegen die Scheiben und wollte zu uns - aber das ist erst in ein paar Wochen möglich, wenn sie kastriert ist.


Fazit: alles in allem ein schönes Wochenende, was entspannt abgelaufen ist. Man hat ein paar Kurven räubern können und mein Schatz hat sein Fahrkönnen erweitern können. Der nächsten gepäcktour steht nichts mehr im Wege :)


Bilder: gibt nur eins - und das folgt demnächst.


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