Donnerstag, 14. Mai 2015

14. - 17. Mai: Himmelfahrtskommando

Ein langes Wochenende stand bevor. Himmelfahrt. Der genommene Brückentag und anschliessend das Wochenende.
Als es auf das Wochenende zuging, wussten wir noch nicht, ob wir mit den Motorrädern oder mit dem Auto fahren würden.
Was wir aber wussten, war, dass wir in die Nähe von Worms u. Mainz fahren würden.

Tage zuvor wurde schon der Wetterbericht gequält. Wie würde das Wetter sein? Würde es ausreichend sein, um mit den Motorrädern zu fahren? Banges Warten wurde schliesslich belohnt.

14. Mai:
Am Donnerstag rödelten wir gemütlich die Koffer an die Motorräder. Da das Wetter sich gebessert hatte, beschlossen wir, die Strecke über Land zu fahren. Fahrten auf der Autobahn sind schliesslich irgendwie nervtötend u. langweilig.

Viele Kurven erwartete uns, nachdem wir Seesen hinter uns gelassen hatten.
Das südliche Weserbergland erwartete uns mit freundlichem Wetter, während wir die vielen unterschiedlichen Kurven meisterten.
Vielleicht sollte ich dazu anmerken, dass es für M.S., meinem Schatz, noch nicht so selbstverständlich ist, mit einer vollgerödelten Maschine zu fahren. Ich hingegen bin aufgrund meiner Bikertreffen bereits routiniert.

Wir liessen uns nicht hetzen... rollten gemütlich durch die Lande. Zum Fotografieren kam ich dennoch kaum, so dass der Wunsch nach einer ActionCam immer grösser wurde. Diese würde ich dann am Motorrad befestigen u. mittels einer kleinen Fernbedienung Fotos während der Fahrt machen können.
So weit das Wunschdenken ^^

Gegen späten Nachmittag erreichten wir dann das Ziel Gimbsheim. Dort wohnen die Eltern u. Schwester von M.S., so dass wir ein festes Dach über'n Kopf hatten.
Da die Eltern urlaubsbedingt ausser Haus waren, beschlossen wir, M.'s Schwester auf den Nerv zu gehen. Zeitgleich sollte aber das kulturelle Programm nicht zu kurz kommen.
Nach einem gepflegtem Abendessen plauschten wir noch einige Zeit, wobei auch die eine u. andere Flasche Bier geleert wurde, ehe man sich in die Federmulle zurück zog. Der Tag war anstrengend gewesen und es zeigte sich mal wieder, dass wir (M. + ich) es noch nicht gewohnt waren, den ganzen Tag auf dem Motorrad zu sitzen.


15. Mai:
Freitag war erstmal ausgiebiges Frühstücken angesagt. Das Wetter hier unten Nahe Mainz strengte sich an, uns zu verdeutlichen, dass wir (M. + ich) in der falschen Gegend beheimatet wären. Die Sonne brannte regelrecht vom morgendlichen Himmel, während wir im Innenhof sassen und Pläne für den Tag schmiedeten.
Schnell kristallisierte sich heraus, dass wir (M. + ich) mit dem Motorrad eine Tour drehen wollten. Der nahegelegene Odenwald war eine herrliche Möglichkeit, sich ein wenig "auszutoben" und für mich eine Chance, vielleicht ein "Spielopfer" zu finden.
Vom Frühstück gestärkt fuhren wir los, nachdem ich in Oldshool-Manier eine Strecke auf der Landkarte ausgekundschaftet und diese dann ins Navi übertragen hatte.
Los gings!

Der westliche Odenwald besticht durch viele kleine Strassen, welche die noch kleineren Ortschaften miteinander verbindet. Wenn man sich fern der Bundesstrassen durch den Odenwald bewegt, sollte man ein bisschen Zeit im Gepäck haben, denn es gibt viel zu sehen und auch viel zu 'kurbeln'.
Das kurvenreiche Gebiet lockt mit leichten Höhenzügen und vielen bewaldeten Passagen.

Nachdem wir uns ein wenig ausgelebt hatten, beschlossen wir, Burg Frankenstein zu besuchen. Nachdem wir die Burgruine, welche von einer intakten Kirche beschützt wird, besichtigt hatten, suchten wir uns einen schattigen Platz im ansässigen Cafe.
Der Ausblick von der rückwärtig gelegenen Terrasse (Balkon?) ist grandios. Man kann bei gutem Wetter bis nach Frankfurt schauen, wo man im Dunst die Skyline von "Mainhattan" erkennen kann.

Bei dem schönen Wetter war uns nicht nach Kaffee, so dass wir uns beide jeweils einen Eisbecher bestellten. Kredenzt wurde eine liebevoll zusammengestellte Komposition aus Vanille-, Schokoladen- u. Joghurteis, welches mit frischen Waldfrüchten garniert war.
Selbstredend, dass dieser Gaumenschmaus nicht lange stehen geblieben war.

Nun hatten wir uns die nötige Energie zurückgeholt, um den Heimweg zu unserem Wochenendzuhause anzutreten. Für die Abendstunden war noch der Besuch des Spectacelum Worms angedacht gwesen. Natürlich wussten wir vorher, dass wir nicht alle Attraktionen sehen würden, aber der Samstag war ebenfalls als Besuchertag gekennzeichnet worden.

Mit dem Auto ging es dann von Gimbsheim nach Worms, wo M.'s Schwester in einer der versteckteren Strassen einen tollen Parkplatz fand. Hier zeichnete sich einmal wieder aus, einen Local dabei zu haben.
Der Besuch des Spectacelums war klasse. Die Marktstände hatten noch bis 22 Uhr geöffnet, so dass wir vorab schon einen Blick auf die vielen verschiedenen Dinge werfen konnten, die sie zum Verkauf darboten. Innerlich machte ich mir schon eine Liste, was ich mir morgen genauer anschauen wollte.
Natürlich durfte leckeres Bier sowie schmackhaftes Essen nicht fehlen, was wir ebenfalls kurz antesteten.
Wer es noch nicht kennen sollte, dem seien die sog. Hanftaschen wärmstens ans Herz gelegt. Diese sind Teigtaschen, welche mit Fleisch (vornehmlich Hühnerfleisch), Salat, Sauce, vielen scharfen Gewürzen sowie Hanfsamen bestückt sind.
(Anm.: für M. u. mich mittlerweile ein must-to-have bei Mittelaltermärktenbesuchen!)

Der Abend klang mit einer atemberaubenden Feuershow aus. Die Darsteller von Nanu's Traumtheater erzählten darstellerisch eine Geschichte zweier Drachen, die sich fanden u. umwarben.
Wer der Faszination von Feuer u. Licht nicht widerstehen kann, dem sei diese Feuershow sehr, sehr nahegelegt.

Mit diesen vielen Eindrücken fuhren wir völlig aufgekratzt heimwärts, wo wir uns noch ein sog. Absackerbier gönnten, ehe wir wieder die Federmullen aufsuchten.


16. Mai:
Der heutige Tag stand ganz im Zeichen des Mittelalters, welches eindrucksvoll in Worms an diesem Wochenende zum Leben erweckt wurde.
Nachdem wir wieder mal fürstlich gefrühstückt hatten, sonnten wir uns noch ein wenig im Innenhof des Elternhauses, während wir auf unser "Shuttle" nach Worms warteten. Freunde von M.'s Schwester hatten sich angeboten, uns drei im Auto mitzunehmen, was uns sehr gelgene kam, denn so konnten wir unbesorgt dort vor Ort das eine u. andere leckere alkoholische Getränk geniessen.
Heute wurden von mir die Stände, welche ich gestern nur im Vorbeigehen blicklich überfliegen konnte, genauer inspiziert.
Wer auf stylisches Superdesign steht, der ist hier auf alle Fälle am verkehrten Platz. Man sah den Artikeln u. Dingen an, dass sie handgewerkt waren. Natürlich waren auch Artikel dabei, wo man wusste, dass sie maschinell hergestellt waren. Hier kam es dann auf die Qualität an, mit der sie dann auf "alt" getrimmt waren.
Es kam, wie es kommen musste: ich fand soviele Dinge, die ich liebend gerne erstanden hätte, dass ich anfing, eine sog. Prioritätenliste gedanklich zu erstellen.
Dennoch gab es reichlich Ausbeute für mich. Ein silberner Ring ging in meinen Besitz über. Derbe gefertigt ist er nicht jederfraus Sache. Muss aber auch nicht, denn mir muss er gefallen. Ein Ansteckpin (m. Schraubbefestigung) wanderte ebenfalls in mein Hab u. Gut über. Zuletzt erstanden wir noch eine Laterne, welche wir jedoch als Geschenk für M.'s Mutter gedacht hatte, welche an diesem Wochenende Geburtstag hatte. Und auch wenn sie selbst nicht zugegen war, so liessen M. u. ich es uns nicht nehmen, ihr ein kleines Geschenk zu bereiten.

Der Tag flog so schnell dahin, dass man kaum Zeit hatte, die ganzen Eindrücke passend zu verarbeiten. Abends erwartete uns wieder eine Feuershow; diesmal mit einer ganzen Gruppe an Feuertänzern.
(Anm: persönliches Fazit... die Feuershow von Nanu's Traumtheater hinterliess mehr Eindruck bei mir...)

Irgendwann mitten in der Nacht kamen wir wieder daheim an. Wieder gab es ein Absackerbier, ehe wir erneut die Federmulle aufsuchten.


17. Mai:
Heute war die Abreise geplant. Wir wussten, dass aufgrund des langen Wochenendes, welche Viele für einen Kurzurlaub genutzt hatten, die Strassen sicherlich voll sein würden. Dennoch planten wir ein kurzes Stück Autobahn mit ein, denn wir wollten ein wenig Strecke machen, ehe wir uns wieder ins Gelände, besser gesagt in die Kurven aufmachen wollten.
Der Plan war gut, dennoch ging er nicht ganz auf. Die Strassen waren noch voller als befürchtet und es kam zudem noch zu mehreren Staus auf dem Autobahnabschnitt, welchen wir befuhren.
Die Maschine von M. beschloss, heiss zu laufen; der Ventilator/Lüfter an seinem Kühler sprang aus unerfindlichen Gründen nicht an (Memo an uns: Sicherung okay? Kabelage okay?). Wir hielten kurz auf dem Standstreifen an; es ging eh grad sehr sehr zähflüssig voran. Nach einer Zigarettenlänge sattelten wir wieder auf und fuhren weiter. Der Stau hatte sich soweit aufgelöst, dass man mit gemässigter Geschwindigkeit fahren konnte.
Früher als geplant verliessen wir jedoch die Autobahn und fuhren über Land weiter.
Diesmal nutzten wir jedoch mehr die Bundesstrassen, um schneller voran zu kommen.
Am frühen Abend erreichten wir dann unser Zuhause. Erschöpft, aber dennoch zufrieden stellten wir die Maschinen ab; rödelten das Gepäck runter und genossen noch die wenige Zeit, die wir hatten, ehe wir in die Federmulle verschwanden.

Ein ereignisreiches Wochenende :)

Bilder: 


















































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